Von der Backstube zum Fahrerhaus – und heute genau am richtigen Platz

Seit September 2014 arbeitet Thorsten Magura fest für Schönmackers. Eingestiegen ist er bereits im April 2013 über eine Zeitarbeitsfirma. Damals allerdings mit dem Gedanken: „Das mach ich nicht lang.“

Heute, mehr als zehn Jahre später, sieht das ganz anders aus.

Gelernt hat Thorsten ursprünglich Bäcker und Konditor. Eigentlich sollte er den Familienbetrieb übernehmen, doch die Selbstständigkeit kam für ihn mit Anfang 20 nicht infrage. Hinzu kam eine Stauballergie, die den Beruf zusätzlich erschwerte. Dann führte ihn sein Weg über die Zeitarbeitsfirma zu Schönmackers, wo er als Lader angefangen hat.

Mit der Zeit übernahm er feste Touren mit einem Fahrer und entschied sich schließlich, selbst den Lkw-Führerschein zu machen, obwohl er anfangs großen Respekt vor den Fahrzeugen hatte. „Die sind ja nicht gerade klein“, erinnert er sich.

Als ein Kollege krankheitsbedingt ausfiel, sprang Thorsten ein und übernahm dessen Touren. Heute ist er sowohl als Fahrer als auch als Lader in einem eingespielten 2er-Team im Einsatz.

Mehr als nur Mülltonnen leeren

Für viele Menschen ist Müllabfuhr gleich Müllabfuhr. Thorsten weiß jedoch aus eigener Erfahrung, wie anspruchsvoll der Beruf tatsächlich ist. „Manche denken, du schiebst nur ein paar Tonnen hin und her. 80 Prozent der Leute würden nach einem Tag am Krückstock nach Hause gehen.“

Die Arbeit findet bei Wind und Wetter statt, im Sommer genauso wie im Winter. Besonders gut erinnert er sich an einen Einsatz bei minus 23 Grad, als seine Handschuhe am Trittbrett festgefroren waren.

Auch im Straßenverkehr begegnen ihm täglich neue Herausforderungen. Enge Straßen, zugeparkte Bereiche oder Verkehrsteilnehmer, die unterschätzen, wie viel Platz ein Müllfahrzeug benötigt, gehören zum Alltag.

Neben dem Fahren beschäftigt ihn auch die richtige Mülltrennung. „Die größte Herausforderung ist die Fehlbefüllung.“ Immer wieder landen Teppiche, Dachziegel oder andere Gegenstände in der Gelben Tonne.

Für Thorsten steht fest: Die Arbeit der Müllabfuhr wird oft unterschätzt. „Wenn wir nicht wären, würde sich der Müll stapeln. Die Leute würden im Dreck versinken.“

Einer fährt – zwei arbeiten

Für Thorsten gehören die Aufgaben von Fahrer und Lader untrennbar zusammen. Wer beide Seiten kennt, versteht die Herausforderungen des anderen besser. Genau deshalb hilft ihm seine Erfahrung in beiden Positionen jeden Tag.

Besonders wichtig ist für ihn das Zusammenspiel im Team. Fahrer und Lader müssen sich aufeinander verlassen können. Jeder arbeitet anders, jeder hat sein eigenes Tempo. Wer regelmäßig zusammen unterwegs ist, entwickelt ein eingespieltes Miteinander, und davon profitieren am Ende alle.

Thorsten ist jeden Tag aufs Neue motiviert bei der Arbeit. Was ihn ganz besonders motiviert, ist der Umgang mit seinem Lkw. Er liebt Herausforderungen und würde gerne mal eine komplette Tour rückwärtsfahren, sagt er mit einem Lachen. Für ihn ist es besonders spannend, wenn er sich konzentrieren und auf jeden Millimeter achten muss.

Natürlich erlebt man auf den Touren auch kuriose Momente. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm der Tag, an dem plötzlich sein Lader vom Trittbrett verschwunden war. „Ich hatte Angst, dass er hinten reingefallen ist.“ Zum Glück kam der Kollege wenig später lachend hinterhergelaufen – er hatte eine nette Frau gesehen und war vom Trittbrett gerutscht.

Mindestens genauso oft erlebt Thorsten aber auch schöne Momente. Gerade an heißen Sommertagen bringen Anwohner Eis oder kalte Getränke raus.

Mit Herz dabei

Dass Thorsten seinen Müll trennt, überrascht vermutlich niemanden. „Ja. Sogar penibel.“ Bei einer Ketchupflasche trennt er den Deckel von der Flasche. Und wenn er einmal unsicher ist, kommt der Abfall lieber in den Restmüll.

Auch wenn er auf die Frage, worauf er sich in den nächsten Jahren freut, zunächst lachend mit „Auf die Rente.“ antwortet, ist schnell klar, dass ihm seine Arbeit nach wie vor Freude bereitet. Er ist gespannt auf die Weiterentwicklung der Branche, auf neue Kolleginnen und Kollegen und darauf, wie sich Schönmackers in den kommenden Jahren entwickelt.

Eines hätte er sich zu Beginn seiner Zeit bei Schönmackers allerdings nie vorstellen können:

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich das so lange mache. Heute möchte ich nichts anderes mehr machen.“

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