Michelle Tillenburg | Mit Leidenschaft hinter dem Steuer

Von Autos zur Abfallwirtschaft. Schon früh war für Michelle klar: Technik und Fahrzeuge sind ihr Ding. „Ich bin mit Autos aufgewachsen“, erzählt sie. „Aber in dem Bereich war es als Frau gar nicht so einfach, Fuß zu fassen.“ Nach einem kurzen Abstecher in die Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin für Nutzfahrzeugtechnik und einem Job bei der Post suchte sie eine neue Richtung und fand sie bei Schönmackers.

„Ich habe damals einfach Lust aufs Fahren gehabt und die Ausbildung zur Berufskraftfahrerin bei Schönmackers war genau das Richtige. Heute kann ich sagen: Ich bin angekommen.“

Ausbildung, Einsatz, Aufstieg

Michelle startete am 01.08.2021 ihre Ausbildung bei Schönmackers und schloss sie bereits nach 2½ Jahren erfolgreich ab. Ihren Lkw-Führerschein hatte sie bereits im ersten Ausbildungsjahr in der Tasche, so hat sie schnell Erfahrungen im Fahren gesammelt. „Die erste Fahrt war aufregend. Anfangs hatte ich richtig Schiss, irgendwo anzuecken“, sagt sie. „Deswegen war ich froh, dass ich am Anfang mit meinem Ausbilder oder einem Kollegen fahren durfte, aber irgendwann war der Welpenschutz vorbei.“

Heute fährt sie im gewerblichen Bereich und ist auf dem Absetzer unterwegs, einem Fahrzeug, das sie besonders schätzt. „Ich habe fast alles schon gefahren, nur den Sattelzug bisher nicht“, sagt sie lachend. „Aber ich bleibe gerne auf dem Absetzer, dieses Jahr gab es sogar einen neuen Lkw für mich.“

Bald wird Michelle mit ihrem Ausbilderschein beginnen und langfristig möchte sie die Meisterschule besuchen. Ihr Ziel: Kraftverkehrsmeisterin werden.

Ein Beruf mit Verantwortung

Wenn Michelle morgens losfährt, motivieren sie vor allem die gute Arbeitsatmosphäre und das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. „Klar, das Geld spielt auch eine Rolle“, sagt sie offen. „Aber mir gefällt einfach das Fahren, der Austausch mit den Kolleg:innen und die Abwechslung.“

Als Frau in einem traditionell männlich geprägten Beruf hat sie es mit einigen Vorurteilen zu tun. „Es gab schon blöde Sprüche, aber ich bin schlagfertig. Nach einer Weile wissen die Kollegen: Ich kann das mindestens genauso gut wie jeder Mann, auch wenn ich lange Nägel habe.“

Heute hat sie sich im Team fest etabliert und ist stolz darauf, ein Beispiel für andere Frauen zu sein. „Viele trauen sich nicht, diesen Beruf zu ergreifen. Aber im Grunde ist es wie Autofahren, nur eben größer.“

Ein Tag auf Tour als Frau hinter dem Steuer

Container holen, tauschen, entleeren, abstellen: Die Arbeitstage von Michelle ähneln sich, sind jedoch zugleich abwechslungsreich. „Ich mag es, unterwegs zu sein. Die Größe des Fahrzeugs beeindruckt viele, manche haben richtig Respekt, wenn ich mit dem Lkw um die Ecke komme. Als eine Frau mit gerade 161 cm schauen manche nicht schlecht“, sagt sie lachend. „Manchmal fühle ich mich wie eine Zeitung, alle kommen raus, um zu schauen.“ Den meisten Zuspruch bekommt sie von anderen Frauen, die ihre Berufswahl bewundern und es cool finden, dass mal eine Frau hinter dem Steuer eines Lkw sitzt.

Mehr als nur Müllabfuhr

Was viele nicht wissen: Berufskraftfahrer:innen in der Abfallwirtschaft leisten weit mehr, als nur Tonnen zu leeren. „Wir sorgen dafür, dass die Entsorgung sicher und geordnet läuft“, erklärt Michelle. „Gerade durch falsche Mülltrennung entstehen oft Brände, da fehlt vielen das Bewusstsein.“

Für sie ist klar: „Unsere Arbeit ist wichtig, Berufskraftfahrer:innen werden immer gebraucht, wir bringen Sachen voran.“

Blick in die Zukunft der Berufskraftfahrer:innen

Michelle sieht in ihrem Beruf viel Potenzial, aber auch Herausforderungen. „Es fehlt an Wertschätzung und Nachwuchs. Viele machen nur noch die Grundqualifikation, aber keine richtige Ausbildung. Dabei werden gute Fahrer:innen immer gebraucht.“ Den Unterschied zwischen den beiden Wegen zum Lkw-Führerschein erklärt sie ebenfalls, „Natürlich ist der Führerschein schneller erreicht als eine komplette Ausbildung, aber ohne Berufsausbildung kommt man langfristig nicht so weit. Mit der Ausbildung kann man dagegen schneller vorankommen, so kann ich beispielsweise bereits jetzt meinen Ausbilderschein machen. Hätte ich nur den Führerschein C/CE gemacht, wäre es erst nach vier Jahren möglich gewesen. Dazu sind die Aufstiegschancen, auch im Gehalt, mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung einfach besser.“

In fünf bis zehn Jahren möchte sie als Kraftverkehrsmeisterin arbeiten und junge Leute auf ihrem Weg begleiten. „Ich freue mich auf meine zukünftigen Auszubildenden. Mir ist wichtig, ihnen Vertrauen zu schenken, aber natürlich auch umgekehrt.“

Ihr Tipp an andere Frauen:

Ihr Tipp an Frauen, die über eine Karriere als Berufskraftfahrerin nachdenken: „Einfach machen! Wenn man Spaß am Fahren hat, ist das der perfekte Beruf. Man braucht Mut, Selbstvertrauen und ein bisschen Humor. Aber das Gefühl am Steuer eines Lkw zu sitzen, ist einfach unschlagbar. Dazu ist es ein toller Beruf mit Verantwortung und Zukunft.“

Wir freuen uns, dass Michelle sich getraut hat und nun heute als fester Bestandteil unseres Teams täglich für uns im Einsatz ist.

Es braucht Mut, um in einem Beruf zu arbeiten, der dem männlichen Geschlecht zugeordnet wird. Wir sind stolz auf Michelle, dass sie die Vorurteile von Berufskraftfahrerinnen beiseitegeschoben und ihren Weg mit uns gewählt hat.

Eines kann Michelle auch mit Sicherheit sagen: „Glaubt mir, alle schauen, wenn eine Frau den großen Lkw fährt, und man bekommt direkt Respekt zugeschrieben.“

Michelle ganz persönlich

„No risk, no fun!“ Ein Motto, das sie im Privaten wie auch im Beruflichen begleitet und ihre täglichen Entscheidungen prägt. Was Kolleg:innen vielleicht nicht wissen: „Eigentlich nichts, ich bin, wie ich bin.“

Privat achtet sie natürlich auch auf Umweltthemen, zumindest meistens. „Ich trenne meinen Müll komplett, nur mein Partner hat manchmal noch Nachholbedarf“, lacht sie.

Möchten Sie weitere inspirierende Geschichten von unseren Mitarbeitern sehen?

Wir haben noch viele weitere Geschichten. Bleiben Sie dran und entdecken Sie, was Schönmackers zu einem besonderen Arbeitgeber macht!